Rettungshunde Info
Die Gerätearbeit ist ein wesentliches Element der Ausbildung zum Rettungshund. Sie dient zum einen dem Training von Körperbeherrschung und Selbstsicherheit des Hundes für Extremsituationen, zum anderen der Teambildung und letzten Endes auch der Einsatzbeurteilung des Hundes in der Prüfung.

Die Gerätearbeit beginnt wie immer möglichst früh, sobald Welpy aus dem Ei geschlüpft ist mit kleinsten Trainingseinlagen in der freien Natur. Richtige Geräte sind erst einmal nicht erforderlich.

Der Hund soll hierbei vom Hundeführer beeinflussbar sein und nicht wild und eigenständig überall rübertoben!

Der Hund darf nicht überfordert werden! Auch hier spielt ggf. die Eignung einen Rolle und eventuell muss der Hundeführer seinen Ehrgeiz zurücknehmen!

Geräteeigenschaften

Unser Hund soll durch die Gerätearbeit nicht psychisch oder sogar körperlich verletzt werden. Daher gilt: Größtmögliche Sicherheit bei der Gerätearbeit!

Die Geräte sollen rutschfest sein und die Laufflächen daher aus Holz bestehen.

Die Gräte müssen so aufgebaut sein, dass sie nicht gefährlich aufschaukeln oder sogar um- bzw. einstürzen können. Hiervon hat sich jeder Hundeführer vor jedem Training eigenverantwortlich zu überzeugen.

Übungsaufbau

Wie immer beginnen wir mit dem Leichtesten zuerst.

Das bedeutet, dass wir zunächst mit der starren Holzbrücke beginnen, wenn das sitzt,  folgt die Fassbrücke und dann die Leiter!

 Der Hund wird die Geräte zunächst in Begleitung des Hundeführers begehen. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Geräte ruhig und vom Anfang bis zum Ende begangen werden.

Hat der Hund hierbei keine Probleme, ist er ohne viel Aktion zu belohnen. Zeigt der Hund,  dass er mit dem Gerät Schwierigkeiten hat, muss die Übung ruhig zu Ende gebracht werden und dann FreuSpiSpaLe.

Starre Holzbrücke

Mit einem Holzbrett beginnen, dass wackelsicher auf den Boden gelegt wird. Es sollte mindestens 30 cm breit und einen Meter lang sein. Der Hund wird nun motiviert, über das Brett zu gehen. Darauf achten, dass er nicht unterwegs 'abspringt'. Danach FreuSpiSpaLe.

Wird die Übung gut absolviert, kann gesteigert werden, indem das Brett z.B. mit einigen Mauersteinen oder zwei alten Reifen ca. 20 - 30 cm über den Boden unterlegt wird.

Das Ganze steigern wir allmählich, bis der Hund es schafft, auf dem Prüfungsbrett zu laufen, dass 30 cm breit, 4 Meter lang und 50 cm hoch unterlegt ist. Ich empfehle eine Dicke des Brettes von 4 cm, um ein  zu heftiges Durchschwingen zu vermeiden.


Bewegliche Fassbrücke

Nachdem die starre Brücke kein Problem mehr darstellt, folgt die bewegliche Fassbrücke.

Es ist zunächst ratsam, dass sich der Hundeführer auf die Fassbrücke setzt und den Hund auf die Brücke aufspringen lässt. Hier wird der Hund gekrault und die Brücke etwas hin- und her bewegt. Wenn der Hund das gut toleriert, wird die Fassbrücke festgelegt, dass sie sich kaum noch bewegt. Danach erfolgt ca. einen Meter vor der Fassbrücke für den Hund das Kommando zum aufspringen nun übergehen der Brücke. Wenn das gut klappt, wird der Spielraum der Fässer immer mehr bis zum Maximum erweitert. Es muss immer darauf geachtet werden, dass die Fässer nie ganz wegrollen und der Hund dann samt Brett abstürzt.
 

Wippe

Der Hund ist bei der Wippe zunächst bis zum Kipppunkt zu führen. Dann wird ihm beigebracht, durch langsames Vorausgehen die Wippe zum Kippen zu bringen. Am Anfang ist die Wippe durch eine 2. Person zu sichern, die so verhindert, dass das Wippenende auf den Boden knallt und der Hund verschreckt wird. Danach FreuSpiSpaLe.

Wenn das gut klappt, kann der Hund alleine bis zum Kipppunkt geschickt und die Übung beendet werden. Zunächst ist das Brett aber weiterhin zu sichern, damit es nicht nach unten knallt.

Holzleiter

Nachdem die vorhergehenden Übungen gut klappen, wird die Leiterübung begonnen. Hierfür eignen sich ausschließlich trockene Holzleitern, um ein Abrutschen von den Holmen zu verhindern.

Zu Beginn der Übung hat es sich bewährt, einen Teil der Sprossen mit einem Brett abzudecken und nur in der Mitte der Leite drei bis vier Sprossen aufzudecken. Die Lücke wird dann nach und nach erweitert. Die Leiter ist zunächst so hoch zu legen, dass ein  Durchrutschen des Hundes zu keinem 'Durchhänger' führt, der Hund also ggf. gerade noch mit den Pfoten den Boden berührt.

Es ist darauf zu achten, dass die Hunde nicht anfangen, auf den Holmen zu laufen. Ggf. kann dann einen Übungsleiter gebaut werden, bei der auf zwei einen Meter langen Holmen drei bis vier 80 cm lange Bretter als Sprossen genagelt werden.

Wenn der Hund erst einmal gelernt hat, Vorder- und Hinterläufe zu koordinieren, ist der Rest nur noch eine Sache der Wiederholungen.

Erst wenn die Übung sicher klappt, wird die Leiter höher unterlegt und ein Auf- und Abgangsbrett verwendet.


Weitsprung

Der Weitsprung wird am besten mit zwei hintereinander gelegten Fässern geübt. Wenn das gut klappt, ein drittes und ggf. viertes Fass hintereinander legen. Das war's - FreuSpiSpaLe  nicht vergessen.

Tunnel

Tunnel laufen alle Hund eigentlich gerne. am einfachsten geht es, wenn der Hund vor dem einen Tunnelende abgelegt wird und der Hundeführer dann vom anderen Ende her lockt.

Bei Bedarf kann der Hundeführer auch vorwegkriechen. Dann haben die Zuschauer wenigstens etwas zu lachen ;-))

Wenn der Hund das Begehen des Tunnels beherrscht,  wird die Übung abgeschlossen, indem der Hund, nachdem er durch den Tunnel gegangen ist, abgelegt und abgeholt wird.



Abseilaktionen

Für die Rettungshundeshow gut zu gebrauchen, ansonsten ist dieser Part nur für Teams einsatzrelevant, die per Longline zum Einsatzort geflogen werden. 

Wichtig ist: Keine Experimente mit dem Team!

Auf alle Fälle ist immer ein entsprechend zugelassenes Abseilgeschirr für Hund und Hundeführer erforderlich sowie das entsprechend zugelassene Seil- und Sicherungsmaterial. Kostenpunkt ca. 600 Euro.

Keinesfalls darf der Hund in irgendwelche Feuerwehrleinen eingeknotet und dann irgendwie abgeseilt werden! Hier kann es zu schweren Einschnürungen und schwer wiegenen Verletzungen kommen. Feuerwehrleinen sind statische Rettungsleinen und für die Abseilarbeit ungeeignet!

Abseilaktionen dürfen daher nur von dafür ausgebildeten Personen durchgeführt werden (Höhenrettungskurs der Feuerwehr, Bergwacht etc).